Fødd 1959 i Stavanger, der han bur.
Har skrive dikt, kortprosa, romanar og songtekstar.




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Bøker CV/Oppdrag Månadens Birk
Antologiar Prisar BirkeArkivet
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DIE BIBLIOTHEK AUF DEM KLO (1 – 3)

1.
Bei uns zuhause war das Klo im Keller. Umgeben von kalten, feuchten Mauern. Und
zwischen dem ganzen Abfall auf der Fensterbank lagen tote Schnaken.
„Und nimm nicht wieder so viel Papier!“ rief mein Vater nach unten, wo ich mich
eingeschlossen hatte. Das tat ich nämlich. Man brauchte Blatt für Blatt für Blatt, wenn
man sich wohl fühlen wollte. Mann musste Schicht für Schicht auf die Klobrille legen,
wenn einem vor lauter Kälte nicht der Hintern abschimmeln sollte. Man brauchte Blatt
für Blatt für Blatt, wenn man nachher wieder genauso sauber und trocken sein wollte
wie zuvor. „Und nimm nicht wieder so viel Papier!“ rief mein Vater. Das tat ich
nämlich, klar. Ich konnte locker eineinhalb Rollen am Stück verbrachen. Denn hatte ich
eine ganze aufgebraucht, nahm ich gerne noch eine halbe dazu. Damit es nicht nach so
viel aussah.

2.
Beim Abendessen erzählte mein Vater, was alles passieren konnte, wenn man rollenwise
Klopapier nahm und dann die Spülung zog. Dann konnte sich das Ganze nämlich
verklumpen und die Rohre im Keller verstopfen. Irgendwo under der Waschmachine
oder in der Nachbarschaft. Und der ganze Dreck und die Ablaugerungen und das – zumeist saubere – Papier quollen aus dem Abfluss wieder heraus.
Das ist es, woran ich mich von ganz früher noch erinnere: Mein Vater macht die
Kellertüre auf und ruft zu mir, der ist schon längst fertig bin, hinunter:
„Und nimm nicht wieder so viel Papier!“ Seine Stimme war durchdringend, wälzte
sich die schmale Kellertreppe hinunter, füllte das ganze Kellergewölbe und sammelte
noch etwas extra Echo, bevor sie sich der Klotür näherte.
Ich fand kaum Ruhe und Zeit zu lesen.

3.
Ich las nämlich. Das var es, was ich machte. Die ganze Zeit. Ich las, während ich frisches
Klopapir auf die Klobrille legte. Las, während ich das machte, was man dort eben so
macht. Während ich das machte und noch ein bisschen länger. Und ich las, während ich mir wieder und wieder den Hintern abputzte.
Das Klo war der beste Ort zum lesen. Das habe ich gelesen, das habe ich gehört
und das weiss ich schon, solange ich denken kann.
Ich hatte also auch immer etwas zu lesen dabei. Etwas nahm ich unter den Arm,
anderes stopfte ich mit mir in die Hose, unter das Hemd. Wieder anderes hatte ich
bereits unten in einer Fahrradtasche versteckt.
Donald Duck und Superman, gerne ganze Ordner voll, Jahrgänge davon. Zwei bis
fünf Asterix-Hefte. Eine Bibel, ein Liederbuch mit Noten und die Märchen der
Gebrüder Grimm.

 

(sidene 7 – 10)